Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Agrarkapitalismus oder Handelskapital?

14. November 2018, 18:00 - 20:00

Veranstaltet von Studierenden der Geschichte in Kooperation mit der Basisgruppe Geschichte

Vortrag und Diskussion mit Simon Sutterlütti

Die Entstehung des Kapitalismus ist ein umstrittenes Feld – auch innerhalb der marxistischen und kritischen Geschichtswissenschaft. Beliebte Entstehungsgeschichten gehen davon aus, dass der Kapitalismus aus einer Zunahme von Handel im Europa des 17./18. Jh entstand. In diesem ‚Kommerzialisierungsmodell‘ wird oft das frühneuzeitliche Wachstum der oberitalienischen Städte (Florenz, Venedig etc.) und flandrischen Städte (Amsterdam) als ein erstes Aufkommen des Kapitalismus verstanden. Die marxistisch-historische Strömung der ‘Political Marxists’ um R. Brenner und E. Wood betonen, dass der Kapitalismus nicht einfach aus Möglichkeiten (des Handels) hervorging, sondern aus den Zwängen einer “Ökonomisierung des Landes” im frühneuzeitlichen England. Diese „Ökonomisierung des Landes“ setzte die englischen Pachtbäuer*innen in Konkurrenz zueinander und Zwang sie zu einer Produktivitätssteigerung, aus welcher der “Agrarkapitalismus” entstand, der die Grundlage für die englische Industrialisierung legte. In dem Vortrag soll die Kritik der Kommerzialisierungsthese nachgezeichnet, die Agrarkapitalismus-These vorgestellt und mit einschlägigen Forschungen zur englischen Agrar- und Wirtschaftsgeschichte verglichen werden.

Details

Datum:
14. November 2018
Zeit:
18:00 - 20:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

FSR SoWi

Veranstaltungsort

ZHG 102
Platz der Göttinger Sieben 5
Göttingen, 37073 Deutschland
+ Google Karte
Website:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5257_1_1.OG_1.133