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Dialektik der Demokratie in der Krise – Die Herrschaft des Gesetzes unter Beschuss (Felix Sassmannshausen)

14. Mai, 18:00

Die Herrschaft des Gesetzes ist eine notwendige Bedingung moderner Demokratien, wie der Politikwissenschaftler und Jurist Franz L. Neumann (1900-1954) in seiner gleichnamigen Studie aus dem Jahr 1936 betont. Doch die Rule of Law ist ihm zufolge von einem Widerspruch zwischen Gewalt und Gesetz durchzogen, der sich aus dem modernen Privateigentum ableitet. Laut Neumann bringt dieser Widerspruch die Möglichkeit juridischer und politischer Krisen hervor, in deren Folge sich die Gesetzesherrschaft zugunsten der Gewalt hin aufzulösen droht.

Dieses negative Potenzial ließe sich im Sinne der materialistischen Rechtstheorie als Dialektik der Demokratie beschreiben, um die es im Vortrag gehen soll. Ihr wirken wird anhand der staatlichen Krisenbewältigung in den Jahren 2008 und 2009 analysiert. Konkret erläutert er den Charakter des Lex HRE – einem Gesetz zur Rettung der Investmentbank Hypo Real Estate – als Einzelfallgesetz und Generalklausel und deutet diesen vor dem Hintergrund der Theorie der Rechtsform Neumanns. Im Zentrum des Vortrags steht dabei die These, dass Krisen moderner Demokratien keine von Außen herbeigeführten Prozesse sein müssen. Vielmehr scheint die Rechtsformselbst, aufgrund ihrer widersprüchlichen Bestimmung, das Potenzial ihrer autoritären Auflösung in sich zu tragen.

Der Referent Felix Sassmannshausen promoviert zur politischen Theorie Franz L. Neumanns. In seiner Arbeit untersucht er die autoritären ideologischen und juridischen Auswirkungen der Krise von 2008 auf die Demokratien in Deutschland und den Niederlanden.

Details

Datum:
14. Mai
Zeit:
18:00
Veranstaltungkategorie:

Veranstalter

FSR SoWi

Veranstaltungsort

ZHG 006
Platz der Göttinger Sieben 5
Göttingen, 37073 Deutschland
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Website:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5257_1_EG_0.154