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Dialektik der “Rapeculture”

17. Oktober 2016, 19:00

Vortrag und Diskussion mit einer Referentin des AStA der Universität Bonn

Unzweifelhaft gibt es eine Verfügbarkeit signalisierende Kulturindustrie, Vergewaltigungsmythen, Schuldzuschreibungen an Opfer von Belästigung, Nötigung und Vergewaltigung, sexistische und misogyne Werbung, Filme, Musik, Literatur ebenso, wie auch im Westen Skandale zur Untermalung dieser „Rapeculture“.

Autoritäre Herrschsucht auf der einen und Affirmation des Bestehenden auf anderen Seite:
Eine sexualhygienische oder moralinsaure Bekämpfung von beispielsweise zweifelsfrei größtenteils misogyner, sexistischer Pornographie hilft nicht nur keiner einzigen ausgebeuteten Pornodarstellerin, aber auch allen anderen Frauen nicht – ein gutes Stichwort wären hier islamische Staaten in denen Pornographie verboten ist – und stützt im Zweifelsfall die Illegalisierung von Pornodarstellerinnen, deren weitere gesellschaftliche Ächtung, eine größere Rechtlosigkeit und damit Abhängigkeit der Pornodarstellerinnen, die dann auch Gewalttaten und Vertragsbrüche nicht mehr anzeigen und ihren Lohn vor Gericht nicht mehr einklagen können, natürlich würde Pornographie dadurch aber so wenig verschwinden, wie Sexarbeit oder Drogen durch Verbote nicht mehr existiert hätten. Das Problem von Liberalen und anderen „sex-positiven“-Gruppen hingegen ist, dass sie oft genug affirmieren und aus der Erkenntnis, dass der Ankläger in der Sexualethik immer Unrecht habe (Adorno), eine Affirmation von dieser Werbung, Pornographie oder Sexarbeit wird, in der dann alles mögliche zur Erfüllung, Emanzipation und Selbstverwirklichung gemacht wird, was es durchaus im Einzelfall sein mag und doch in den meisten Fällen nicht ist.
Wie also Rapeculture fassen?
Was ist diese Rapeculture, wie passt sie sich den gesellschaftlichen Verhältnissen an und wie äußert sie sich jeweils konkret?
Allerdings soll dieser Vortrag keineswegs ausschließlich auf diese recht einfache Erkennbarkeit weisen, sondern ohne einfache Antwort in aller Widersprüchlichkeit eine Kritik an abstraktem und konkretem Patriarchat entfalten. Diskussion der Thesen der Referentin sind ausdrücklich erwünscht.

Details

Datum:
17. Oktober 2016
Zeit:
19:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

FSR SoWi

Veranstaltungsort

VG 4.101
Platz der Göttinger Sieben 7
Göttingen, 37073 Deutschland
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Webseite:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5361_1_4.OG_4.101