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Die Normalität rechten Terrors – Podiumsdiskussion

15. November, 18:00

Die Normalität rechten Terrors – Podiumsdiskussion mit NSU Watch, Kein-Schlußstrich München und NSU-Nebenklage

Immer wieder macht rechter Terror in Deutschland todsicher auf sich aufmerksam – erwähnt sei hier nur das Oktoberfest Attentat 1980, die Anschlagserie des NSU 1998 – 2011, der Mord am Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni 2019, das Attentat in Halle am 9. Oktober 2019.

So verschieden die Opfer der Anschläge sind, so eindeutig sind die Motive der TerroristInnen. Rechter Terror zielt auf Minderheiten und alle jene, die für eine befreite Gesellschaft stehen, denn sie passen nicht in das menschenverachtende Weltbild der TäterInnen.

Wer genauer hinsieht, dem eröffnet sich ein Szenario, das verworrener ist, als auf den ersten Blick vielleicht angenommen. Denn rechter Terror ist kein Problem einer abgedrifteten Randgruppe: Neonazistische Gruppen werden vom Verfassungsschutz auch nach dem Auffliegen des NSU mehr als zweifelhaft begleitet, sie beschaffen sich Waffen und optimieren ihre Kampfausbildung. Gleichzeitig bereiten sich Elitesoldaten und Polizisten auf einen Tag X vor oder schreiben Todeslisten und Drohbriefe. Und wer seinen Selbsthass und ein rechtes Weltbild noch weiter nähren möchte, findet im Internet reichlich Anschluss.
Bei all dem ist die Rolle deutscher Behörden kaum zu übersehen: Opfer werden in der Aufklärung nicht gehört, sondern schnell mal selbst verdächtigt. Gleichzeitig subventioniert der Verfassungsschutz rechte Terrornetzwerke. Und spätestens seit dem NSU-Prozess sind Zweifel am Willen dieses Staates zu einer lückenlosen Aufklärung angebracht.

Während der immer offensichtlicher werdende Filz des rechten Terrors in seinen vielfältigen Verstrickungen zu Tage tritt, hören wir aus der Politik weithin nur Lippenbekenntnisse. In den Medien gibt es einen kurzzeitigen Aufschrei – anschließend wird es um das grundlegende Thema des rechten Terrors wieder still. Zu einer grundlegenden Analyse und Auseinandersetzung mit Rechtsterrorismus kommt es nicht. Fast schon konsequent, dass „rechter Terror“ in unserer Gesellschaft allzu oft mit „Einzelfall“ assoziiert wird. Er ist auf dem besten Wege, sich in unserem Alltag als Normalität einzunisten und seine zerstörerische Kraft immer weiter zu entfalten.
Es ist höchste Zeit, sich eingehend und dauerhaft mit dem rechten Terror in Deutschland zu beschäftigen und die Anliegen der Opfer und Hinterbliebenen anzuhören.

Für all jene, die sich diesem grundsätzlichen Problem stellen und mehr über Rechtsterrorismus in unserer strukturell rassistisch und antisemitisch agierenden Gesellschaft erfahren wollen, haben wir drei Expert*innen für eine Podiumsdiskussion nach Göttingen eingeladen:

– Patrycja Kowalska ist Sprecherin der Kein-Schlussstrich Kampagne München, welche die Themenfelder politische Bildung, kritische Prozessbegleitung und linken Aktivismus mit dem Augenmerk auf rechten Terror bearbeitet.

– Caro Keller ist Aktivistin bei NSU Watch, einem Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet, die zum Themenkomplex Rechtsterrorismus recherchieren und aufklären.

– Alexander Hoffmann hat den NSU Prozess als Nebenklageanwalt von Opfern des Anschlages in der Keupstraße begleitet.

In dieser Veranstaltung gehen wir dem rechten Terror auf den Grund und widmen uns seinen Verstrickungen in Staat, Gesellschaft und Medien. Wir werden uns dabei auch mit Anliegen der Opfer und Hinterbliebenen des Terrors beschäftigen, denn sie sind diejenigen, denen unsere Solidarität gilt!

Kommt vorbei und informiert euch.

Details

Datum:
15. November
Zeit:
18:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

FSR SoWi
Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen
Kein Schlussstrich Göttingen

Veranstaltungsort

ZHG 008
Platz der Göttinger Sieben 5
Göttingen, 37073 Deutschland
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Website:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5257_1_1.OG_1.150