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Lars Breuer: Kommunikative Erinnerung in Deutschland und Polen

22. November 2018, 19:00 - 21:00

Spätestens seit der Kontroverse um das Anfang 2018 verabschiedete sogenannte „Holocaust-Gesetz“ herrscht in Deutschland vielfach der Eindruck vor, die kollektive Erinnerung in Polen sei durchgehend von Schuldabwehr und Antisemitismus bestimmt. Der Vortrag versucht zum einen, die Grundlinien der kollektiven Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Polen nach 1989, die jüngeren geschichtspolitischen Kontroversen sowie die Auseinandersetzungen um das polnisch-jüdische Verhältnis nachzuzeichnen. Neben einem Einblick in die Ergebnisse zweier Studien zur kommunikativen Erinnerung von Pol*innen soll es dabei auch um die Veränderung der politischen Kräfteverhältnisse seit 2005 und die Rolle des Antisemitismus gehen. Als Beispiele hierfür eignen sich die Debatten um das sogenannte Holocaust-Gesetz 2018, aber auch um die Spielfilme Pokłosie (2012) und Ida (2013). Zum anderen will der Vortrag aber auch die externalisierende und exkulpatorische Funktion beleuchten, den der deutsche Blick auf „den“ polnischen Antisemitismus häufig hat. Mitunter sagt die Art und Weise wie Antisemitismus in Polen hierzulande thematisiert wird, mehr über das deutsch-polnische Verhältnis und die hiesige Erinnerung an den Nationalsozialismus aus, als über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Polen.

Details

Datum:
22. November 2018
Zeit:
19:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

FSR SoWi

Veranstaltungsort

ZHG 003
Platz der Göttinger Sieben 5
Göttingen, 37073 Deutschland
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Website:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5257_1_EG_0.157