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Was ist Kritische Theorie? (Hannes Keune)

26. Oktober, 17:00

Hatte Marx noch darauf hoffen können, dass die der bürgerlichen Gesellschaft immanenten Widersprüche „Umwälzungsfermente“ erzeugten, in denen das Proletariat zur revolutionären Tat schritte, war an solchen revolutionstheoretischen Vorstellungen nicht mehr festzuhalten, in der Welt, die die Gruppe junger linker Wissenschaftler um Max Horkheimer auf den Begriff zu bringen versuchte. Der nationale Freudentaumel von 1914, das Scheitern der Revolution in Mitteleuropa und die zunehmende Faschisierung, kurz: die Integration der Arbeiterklasse in den Kapitalismus im Prozess der reellen Subsumtion offenbarten den Zeitkern der Marx’schen Lehre. Angesichts dieser Entwicklungen ging es dem Kreis um Horkheimer um eine Reformulierung der Kritik der politischen Ökonomie auf der Höhe der Zeit. Demgegenüber bedeuteten die die Massenvernichtung der europäischen Juden reflektierenden Überlegungen Horkheimers und Theodor W. Adornos ab Beginn der 1940er Jahre bei aller Kontinuität einen Unterschied ums Ganze: Die historische Entwicklung selbst zwang den Autoren der „Dialektik der Aufklärung“ eine radikale Reflexion der barbarischen Tendenzen menschlicher Zivilisation auf. Der Vortrag wird versuchen, diese Entwicklungen kursorisch nachzuzeichnen und an die außertheoretische Erfahrung erinnern, die das Denken Adornos und Horkheimers von traditioneller Theorie scheidet.

Hannes Keune hat in Göttingen Politikwissenschaft studiert und hält in diesem Semester ein Seminar zur Geschichtsphilosophie der Kritischen Theorie. 

Details

Datum:
26. Oktober
Zeit:
17:00
Veranstaltungkategorie:

Veranstalter

FSR SoWi

Veranstaltungsort

ZHG 002
Platz der Göttinger Sieben 5
Göttingen, 37073 Deutschland
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Website:
http://www.geodata.uni-goettingen.de/lageplan/?ident=5257_1_EG_0.160